Systematische Selbstanalyse

11. Jan 2017

„Ginge man von Zufall aus, würde man die ersten und wichtigsten Schritte einer Analyse nicht setzen“

Systematische Selbstanalyse

Vorgestern (Montag, 9.1.2017) saß ich vor dem TV-Gerät zu Hause und verfolgte die Sendung „Sport & Talk aus dem Hangar-7 auf Servus TV“. Wie immer wurden verschiedene Beiträge vorgestellt und besprochen. TrainerInnen und AthletInnen befragt. Analysen, warum es nicht läuft wie es soll, standen einerseits im Skispringen mit Toni Innauer im Fokus und andererseits wurde versucht der Frage nachzugehen, ob die aktuell vielen Ausfälle durch Verletzungen im Damen Skiteam Zufall sei oder nicht.

Veith (feilt ja bereits wieder an ihrem Comeback), Brem, Thalmann, Ortlieb, Hütter, ...

„Ich glaube nicht mehr an Zufall!“, so die Aussage von ÖSV-Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum. Die Analysen laufen auf Hochtouren. Was könnten mögliche Gründe für diese außergewöhnliche Verletzungsreihe im Damenteam sein. „Ginge man von Zufall aus“, so Kriechbaum, „würde man die ersten und wichtigsten Schritte einer Analyse nicht setzen“. Das Hinterfragen anhand bestimmter Faktoren lässt auf konkrete Rückschlüsse hoffen. Genannt wurden vorerst körperliche und mentale Bedingungen.Trainings- und Pistenbedingungen. Material- Setup Fragen. Was kann man sofort verbessern, was nachhaltig.

Wir kennen also den Begriff der Analyse aus dem Sport nur allzu gut. Wir hören auch oft Sätze, wie „Nach einer genauen Analyse können wir mehr sagen“ oder im individuellen Bereich, „Das muss ich noch genauer analysieren, um für das morgige Rennen ein brauchbares Konzept zu erfinden“.

Im Leistungssport ist es essentiell sich fortlaufend mit sich selbst zu beschäftigen. Vor allem die „Kopf.Sache“ birgt noch viel Potenzial - ja auch im Sport - in sich. Zur „Kopf.Sache“ zählen vor allem Vorstellungsvermögen (Mentales Training), Zielemanagement (Was will ich? Was geht aus meiner Position heraus? plus die ständige Anpassung, also Strategieplanung im langfristigen Sinne), Handlungspläne (Wie denk, fühl, tu ich? Taktisch-schlaues Handeln im kurzfristigen Sinne).

Ein individuelles und nachhaltiges System für sich selbst kreieren

Um uns laufend selbst zu erneuern, brauchen wir für die Analyse ein eigenes Trainingstool - die systematische Selbstanalyse. Diese ist weder Zufall noch Glückssache. Selbstanalyse braucht sich selbst („NoNaNeed“), Zeit, Energie, evt. einen oder mehrere konstruktive SparringpartnerInnen (im Sport die TrainerInnen und der Sportpsychologe, Eltern) und die bejahende Einstellung zur stetigen Selbsterneuerung. Das Ganze schrittweise in ein System gepackt und los geht’s. So kann man getrost in (fast) jeder Krise eine Möglichkeit sehen. Selbsterkenntnis, Selbstverantwortung und geeignete Instrumente und Methoden helfen uns, uns immer wieder in die Lage zu bringen, uns selbst wirksam zu steuern.

Wir brauchen Rituale der Selbstüberprüfung

Kennst Du einen Ort, an dem Du Dich besonders wohl fühlst? Wo du kreativ sein kannst? Reservierst Du Dir regelmäßige Zeiten der Stille? So kannst Du Dich in eine gute Lage bringen, um in Reflexion gehen zu können. Finde einen solchen Rückzugsort und die Zeit und beschäftige Dich mit folgenden Fragen, wenn Du magst:

  1. Inwieweit habe ich meine Vision bisher verwirklicht?
  2. Woran messe ich meinen Erfolg?
  3. Wer - außer mir - hat von meinen Handlungen profitiert?
  4. Wie stark bin ich von der Einschätzung anderer abhängig?

Wir brauchen Strategien für Selbstmonitoring

  1. Handlungsmöglichkeiten checken: Wo kann ich Einfluss nehmen?
  2. Situation und Umfeld analysieren: Was und wer wirkt unterstützend?
  3. Anforderungen analysieren: Sind meine Fähigkeiten passend? Muss ich Anpassungen vornehmen?
  4. Zielfortschritt reflektieren und Ziele anpassen: Kosten / Nutzen abwägen (Zielfortführung,Zielabbruch, Zielveränderung)

 

Wie weit bist Du beim Thema Selbstanalyse?

  1. Ist Dir schon bewusst welche Vorteile systematische Selbstanalyse bringt?
  2. Nimmst Du Dir schon Zeit dafür?
  3. Hast Du bereits ein System das (teilweise) funktioniert?
  4. Du möchtest Dich und in der Folge Dein Business auf’s nächste Level bringen?

Du fragst Dich, wer Dich dabei unterstützen kann? Ich bin überzeugt, dass wir eine unglaubliche Menge von Umständen nicht beeinflussen können, die unser Leben dramatisch beeinflusst. Und genau deshalb müssen wir unsere Energie auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können.

Es sind nicht die Menschen um uns herum oder unsere Umwelt die wir gut beeinflussen können, sondern uns selbst können wir am meisten beeinflussen. Überhaupt sind wir selbst das einzige Instrument des Erfolges über das wir verfügen. Willst Du wirkliche/r KönnerIn werden? LeaderIn, die/der ihr/sein individuelles Know-how und ihre/seine Persönlichkeit eigenverantwortlich weiterentwickelt?

 

Stehst Du Dir manchmal selber im Weg?

Wenn Du könntest, wie Du wolltest und wüsstest, es gelingt. Was würdest Du tun? Bist Du schon die/der Beste/r, die/der du sein kannst?

Und: Macht nicht Mut den Unterschied aus?

Eine selbst-analytische Woche wünscht :o)

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